Steuer-Bla

Neben RechtsanwältInnen wird es vermutlich immer eine Berufsgruppe geben, die davon lebt, dass der normale Mensch an sich nicht mehr durchblickt. Die, die die Steuer beraten.

Ich bin umsatzsteuerpflichtig. Zu meinem Stundensatz kommen also 19% (derzeit) Mehrwertsteuer hinzu, die die Rechnungsempfängerin zu bezahlen hat.
Ist die Rechnungsempfängerin ebenfalls umsatzsteuerpflichtig, sind diese 19% ein Durchreicheposten, da sie von den eigenen Umsatzsteuereinnahmen abgezogen werden. Für die anderen erhöhen diese 19% schlichtweg ihre Ausgaben.

Nun wären wir hier nicht in der deutschen Steuergesetzgebung, wenn es da nicht auch Ausnahmen und schwebende Rechtslagen gäbe. Wenn nämlich so eine Umsatzsteuerpflichtige in einer Maßnahme unterrichtet, die laut irgendwelches Bla von irgendwelchen Behörden umsatzsteuerbefreit ist. Weil sie die Teilnehmenden in den Arbeitsmarkt zurückbringen, zum Beispiel. Aber auch nur unter besonderen Voraussetzungen.

Dieses Bla ist ziemlich kompliziert und für die Anbieter solcher Maßnahmen mit Hickhack und langen Wartereien verbunden. Macht es für die Unterrichtende nicht einfach in ihrer Umsatzsteuererklärung, die sie regelmäßig abgeben muss. Und die ordentlich sein sollte, denn ich weiß ja nicht, ob dieses Amt nicht irgendwann auf die Idee kommt, eine Umsatzsteuerprüfung anzusetzen.

Aber ich habe ja einen Steuerberater. Einen pingeligen. Der keine Unklarheiten durchgehen lässt (ich bin ihm dafür wirklich dankbar). Die Anbieterin dieser Maßnahmen schlägt keine 19% Mehrwertsteuer auf meinen Stundensatz (sie gehört eh schon zu denjenigen, die für Karlsruhe einen annähernd fairen Satz bezahlen). Also wird aus dem Netto sicherheitshalber ein Brutto. Vielleicht kommt ja irgendwann dann doch mal von der Behörde das Bla. Vielleicht auch nicht.

Nächstes Jahr jedoch, so erfuhr der Steuerberater diese Woche auf einer Konferenz, wird dieser Punkt total vereinfacht. Dann braucht es dieses Bla nicht mehr.

Vermutlich bis übernächstes Jahr, bis gemerkt wird, dass die – im Vergleich – paar Kröten doch ein nettes Zubrot für die Finanzkassen sind. Und die SteuerberaterInnen ja was beraten müssen auf ihren Konferenzen. Und die kleinen Selbständigen immer darauf angewiesen sind, dass sie jemanden haben, der sich damit auskennt.

Hmpf.

Erklärt mir das mal jemand? :: re:health

“Karzinom” hatte der Arzt gesagt. Stand auch auf dem Dokument, das sie in die Hand bekam. Im Sprechzimmer hatte sie es nicht realisiert. Zuhause schlug sie dann das Lexikon auf, was das überhaupt heißt.

An diesen Moment innerhalb des Bekanntenkreises musste ich denken, als ich – schon meine Sachen gepackt, um in eine andere Session zu gehen – doch noch sitzen blieb, um bei “Was hab’ ich?” – Vom Studentenprojekt zum erfolgreichen Social Business in einem Jahr zuzuhören.

re:health – der “Gesundheits”-Track bei der re:publica. Ich hatte brav das Notebook aufgeklappt, um bei “Arm, aber gesünder mit Facebook und Twitter” mitzutippen. Dachte, dass der Vortrag auch für eine meiner Kundinnen interessant sein könnte. Fand ihn dann doch eher fad. Viele Beispiele aus den USA, hierzulande greifen die Ideen wohl noch nicht.

Ansgar Jonietz bei seiner Session zu washabich.de

Und dann dieses StudentInnenprojekt.

Das sich innerhalb eines Jahres zur gemeinnützigen GmbH entwickelt hat. Weil viele wissen wollen, “was sie haben”. Weil ärztliche Befunde der Genauigkeit wegen ihre Fachsprache brauchen, für die PatientInnen aber unverständlich sind. Weil – das hörte ich wiederum in der vorigen Session von Kai Sostmann – aufgeklärte PatientInnen eher bereit sind zur Therapie und weiteren Vorsorge. Und vor allem: weil sich mittlerweile knapp 500 StudentInnen, etwas mehr als hundert ÄrztInnen sowie zwei Psychologinnen ehrenamtlich dafür engagieren:

Verständlich erklären, was ein medizinischer Befund bedeutet.

Wie funktioniert washabich.de?

Den ärztlichen Befund, den ich übersetzt haben möchte, lade ich anonymisiert auf der Website hoch. Oder faxe ihn. Die einzigen persönlichen Informationen, die zusätzlich notwendig sind, da sie für den Befund relevant sein können, sind das Geburtsjahr und das Geschlecht. Und eine E-Mail-Adresse, um die Übersetzung zuschicken zu können.

Den Befund übersetzen StudentInnen mit mindestens 8 Fachsemestern Humanmedizin sowie ÄrztInnen, jeweils unterstützt von SupervisorInnen.

Dass sie Durchhaltevermögen brauchen und Verantwortung übernehmen, darauf weist das Projektteam Interessierte deutlich hin. Aber: es ist auch ein Lernen. Voneinander. Miteinander. Für verständlichere Gespräche mit PatientInnen. Denn: die Übersetzungen sind für alle Mitarbeitenden sichtbar und können diskutiert werden. Auch Feedback gibt es. Mit Sternchen. Gutscheinen. Und manchmal auch mit einer Spende von den PatientInnen selbst.

Spenden – darauf ist das Projekt angewiesen. Ebenso auf Sponsoren. Partner wie den Marburger Bund oder den Krebsinformationsdienst hat “Was hab’ ich?” auch im Boot.

Oder wie Eckart von Hirschhausen hier (TV-Mitschnitt “Tietjen und Hirschhausen”, ges. 14:37 min) die Mitgründerin Anja Kersten fragt: “Eigentlich wäre das die Aufgabe von Ärztekammern oder Krankenkassen, so nen Service zu liefern.”

Tja.

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Über diese re:publica, diese enorm vielfältige Veranstaltung, die mich verschreckte Einsiedlerin ziemlich platt machte, haben viele gute Leute viele gute Blogposts geschrieben. Ich hab hier ein paar rausgefischt:

Anke Gröner: Tag 1 :: Tag 2 :: Tag 3
Claus Junghanns: http://www.kritikkultur.de/2012/05/03/macht-geile-kleine-blogs-auf-rp12-tag-2/
Patricia Cammarata: http://dasnuf.de/leben-neben-dem-leben/republica-tag-3-und-wie-waren-eigentlich-die-sessions/
und dann eher als ein Fazit (wohl am Besten mit einem Bier in der Hand zu lesen, die Kommentare sind jetzt schon sehr lang) Daniel Rehn: http://danielrehn.wordpress.com/2012/05/06/spass-ego-blogging-renaissance/

Alles auf grün.

Mit Visitenkarten ist das so ne Sache: da verteile ich im Jahr vielleicht fünf Stück und brauche aber immer dann welche, wenn ich wieder mal den Standort gewechselt habe. Dreiviertel der Kontaktdaten durchzustreichen kommt nicht so gut.

Aber ich sitze ja nun mit geschätzten KollegInnen in einer Bürogemeinschaft. Und so bekam die, die das kann, die Aufgabe: “Frau Höljes, mach mal was.”

Farbe war klar, seit Ewigkeiten begleiten mich grasgrün und orange (wenn denn jemand mir einen grasgrünen Knirps besorgen könnte – nach über 20 Jahren sieht meiner arg schäbig aus). “Vollflächig”, schlug Frau Höljes für die Nicht-Adressen-Seite vor. Einverstanden. Mutig aus der Farbkarte das gewünschte Grün ausgewählt.

Upps. Sehr grün, das Grün:

Visitenkarten

Bisschen fitzelig, einen ähnlichen Ton für die Websites zu finden, der kontrastreich genug ist.

Grüner Druck

Grün ist auch die Produktion, sie wurden klimaneutral und emissionsarm in der Druckerei Uhl-Media hergestellt. Wer sich die Facebookseite der Druckerei ansieht, stellt fest, dass das Engagement für Umwelt und Politik nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.

Hat mich übrigens nicht sooo viel mehr gekostet als mein hastiger Druck vor einem Jahr, als ich wieder mal ganz schnell Visitenkarten brauchte und zu einer heimischen Druckerei ging (die nicht so umweltbewusst arbeitet).

So. 530 Kärtchen wollen verteilt werden. Anyone?

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Nachtrag: ich finde das kurios mit diesem Grün auf Bildern.
Im Photoshop sieht das Grün noch fast aus wie in echt. Das jpg in meinem Firefox und auf iPhone/iPad (egal welcher Browser) angeschaut ebenso.
Öffne ich die Datei in Fireworks, in all den anderen Browsern oder auf dem Samsung (egal welcher Browser), ist es viel blauer.
Diese Grünunterschiede hab ich immer wieder. Kann mir das jemand erklären? Ist mein Monitor so mies kalibriert? Aber wer kalibriert schon seinen Monitor außer ne Druckerei?
Hmpf.

Zweiter Nachtrag: Frau weiß sich ja zu helfen. Wenn ich das aus Photoshop gespeicherte jpg in Fireworks öffne und von dort dann exportiere, ist es überall so gelbgrasgrün, wie es gehört. Verstehen tu ich es trotzdem nicht. Aber egal.

Dritter Nachtrag: die Schrift! Ich muss ja auch noch ne ähnliche Schrift anpassen. Kommt noch.